Schiffe bestaunen am Nord-Ostsee-Kanal, © Jan-Christoph Schultchen / TA.SH

Binnenland Schleswig-Holstein

Die Natur im Binnenland Schleswig-Holsteins hat viele Gesichter. Flusslandschaften, Sümpfe und Moore prägen das Gebiet der Eider-Treene-Sorge-Region im Nordwesten und das Holsteiner Auenland im Süden. Dazwischen liegen Naturparks mit Wäldern, Hügeln und Seen.

Wer sich Zeit nimmt, diese Landschaften zu erkunden, erlebt die ganze Schönheit und Vielfalt der Natur im echten Norden. Am besten geht das zu Fuß oder mit dem Fahrrad – zum Beispiel auf dem 245 Kilometer langen Ochsenweg. Der gut ausgeschilderte Radfernweg führt von Wedel an der Elbe bis nach Flensburg, in Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal vorbei an der 100 Jahre alten Eisenbahnhochbrücke, unter der die Schwebefähre ihre Fahrgäste von einem Kanalufer zum anderen bringt. Im Museum der alten Wikingersiedlung Haithabu taucht man für ein paar Stunden ein in die Welt der Nordmänner, die hier vor 1.000 Jahren Handwerk und Handel getrieben haben. Im begehbaren Globushaus auf Schloss Gottorf ist der Besucher den Sternen ganz nah – das ist Glück.

Tipps für den Urlaub im Binnenland Schleswig-Holstein gibt es auch im Blog unter www.glücksküstenschnack.de

Das Binnenland erleben!

Das erste Mal im Binnenland?

Rast und Blick auf die Hüttener Berge, © Holstein Tourismus / Photocompany

Landpartie auf den Spuren der Ritter, Kaufleute und Wikinger

In grasgrün, lindgrün, tannengrün erheben sich die Hüttener Berge im Schleswig-Holsteinischen Binnenland. Wer versuchen will, jede Grünschattierung zu benennen, kommt hier schnell an seine Grenzen. Sonnenstrahlen und der Duft warmer Wiesengräser kitzeln die Nase. Am Wegesrand steht eine aus rohen Baumstämmen gezimmerte Bank – ein perfekter Platz für eine kleine Rast. Selten hat ein Picknick so gut geschmeckt wie die mitgebrachte Stulle aus Bauernbrot mit Holtseer Käse, verzehrt auf der Bank in den Hüttener Bergen. Aus der Ferne leuchtet der Bistensee in einem Blau, mit dem der wolkenlose Himmel nicht mithalten kann. 

Highlights im Binnenland Schleswig-Holstein

  • Die Natur im Binnenland Schleswig-Holstein erkundet man am besten mit dem Fahrrad - zum Beispiel auf dem Ochsenweg. Der Radfernweg führt in Deutschland von Wedel bis nach Flensburg, in Dänemark unter dem Namen „Haervejen“ weiter bis nach Viborg. Vor 200 Jahren nutzten Bauern, Ritter, Kaufleute und Pilger diese Route. Es lohnt sich, unterwegs Pausen und einzuplanen und sich in den Orten am Wegesrand umzuschauen – etwa im Rosarium Uetersen, wo hunderte verschiedene Rosenarten blühen und duften.
  • Lebendige Geschichte finden Urlauber in und um Schleswig im Museum der alten Wikingersiedlung Haithabu. Das Museum und der archäologische Park informieren über die Geschichte der Wikinger und den deutsch-dänischen Krieg von 1864, einem Meilenstein der Landesgeschichte Schleswig-Holsteins. Kunst und archäologische Fundstücke aus mehreren hundert Jahren zeigt das Museum Schloss Gottorf in Schleswig.  
  • In Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal führt der Ochsenweg vorbei an der 100 Jahre alten Eisenbahnhochbrücke, unter der die Schwebefähre ihre Fahrgäste von einem Kanalufer zum anderen bringt. 
Wanderer im Binnenland, © Holstein Tourismus / Photocompany

Wo die Sau durch‘n Knick geht

Die Natur im Binnenland mit ihren Wäldern, Heide- und Moorlandschaften steckt voller Geheimnisse. Auf Wander- oder Fahrradtouren durch die Naturparks im Herzen Schleswig-Holsteins kommt man ihnen auf die Spur. In der Mitte des Landes reihen sich die Naturparks Hüttener Berge, Westensee und Aukrug aneinander. Hier haben die Gletscher der letzten Eiszeit Endmoränen aufgeschoben und so eine Landschaft aus Hügeln, Binnendünen und Seen geformt. Vom 98 Meter hohen Aschberg bietet sich bei klarem Wetter ein Rundblick bis zum Nord-Ostsee-Kanal, zur Eckernförder Bucht und nach Kiel. 

Aktivurlauber lieben neben der vielfältigen Landschaft des Binnenlandes auch das milde Klima. Im Hochsommer scheint die Sonne reichlich und geht erst am späten Abend unter. Nur selten reichen die Temperaturen an die 30-Grad-Marke – warm genug für einen Sprung in den See, aber nicht zu heiß zum Radfahren, Wandern oder Paddeln. 

Wildnis und Kulturlandschaft liegen im echten Norden nah beieinander. Aufeinander treffen sie an den Knicks, lebendigen Zäunen, mit denen Bauern ihre Parzellen traditionell abgrenzen. 46.000 Kilometer weit ziehen sich diese meterbreiten Wallhecken durchs Land. Bepflanzt mit Schlehen, Hasel und Weißbuchen schützen sie die Felder vor Erosion. Dornbüsche wie Brombeeren und Heckenrosen halten Wild- und Weidetiere ab und bieten zugleich Lebensraum für tausende Tierarten. Der Begriff Knick kommt aus der Entstehungsgeschichte: Damit die Hecken schnell dicht wachsen, haben die Bauern herausragende Zweige umgeknickt. Diese landschaftliche Besonderheit ist auch in der Sprache der Nordlichter verankert: Statt „da boxt der Papst“ heißt es in Schleswig-Holstein „da geht die Sau durch’n Knick“.

Glückstädter Matjesteller, © Gerald Hänel

Fischers Fritze und der Wilde Westen

Früh am Morgen, wenn noch Nebel über Schleswig-Holsteins Seen liegt, machen die Fischer ihre Boote klar. Auf der Schlei, auf dem Wittensee, dem Nord-Ostsee-Kanal und auf der Elbe sind sie dann mit ihren Netzen und Reusen unterwegs, um Barsch, Dorsch und andere begehrte Fische an Land zu ziehen. 

Unterwegs im Binnenland lernen Urlauber die schmackhaften Seiten des Landlebens kennen: Auf den Obsthöfen kann man im Sommer Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren pflücken. Die Hofläden der Bauernhöfe bieten erntefrisches Gemüse, selbstgekochte Marmelade und Spezialitäten aus den Käsereien und Räuchereien der Region an. In den Hofcafés gibt es hausgemachte Torten und Bauernhofeis – gute Gründe für ausgiebige Pausen bei der Landpartie durch das Land der tausend Grün- und Blautöne.

Kultur und Industriegeschichte blühen in den Städten des Binnenlandes. Die Garnisonsstadt Rendsburg bietet mit ihrer 100 Jahre alten Eisenbahnhochbrücke und Schwebefähre ein technisches Denkmal der Ingenieurbaukunst. Einblicke in ein altes Handwerk bekommen Besucher im Museum Tuch und Technik in Neumünster. 

Regionale Veranstaltungen und Brauchtum

Und wie schmeckt das Binnenland? 

  • Prägend für die Tradition der schleswig-holsteinischen Esskultur ist ein kleiner eingelegter Hering: der Matjes. Unter Rauch vergoldet, in Rotwein mariniert oder nach klassischer Hausfrauenart mit Zwiebeln und Apfelscheiben in Sahnesauce zergeht der salzige Hering auf der Zunge. Als traditionelle Hochburg des Heringsfangs hat Glückstadt an der Elbe dem Silberling ein Fest gewidmet.
  • Ein Stück weiter östlich in den Elbmarschen liegt Schleswig-Holsteins Obstgarten mit Plantagen aus Apfel-, Kirsch- und Zwetschgenbäumen. Über Jahrhunderte hinweg haben Überflutungen den Boden in dieser Flusslandschaft besonders fruchtbar gemacht. Am besten schmecken die Früchte frisch aus dem Hofladen oder selbst gepflückt.


 

Paddeln auf der Stör, © Holstein Tourismus / Photocompany

Bei den Raubvögeln und Wikingern

Über 100 einheimische Tiere kann man im Wildpark Eekholt am Segeberger Forst kennenlernen und nebenbei eine Menge ausprobieren und erleben – zum Beispiel Honig schleudern oder Indianerzelte bauen. Altes Handwerk gibt es auch in der In der alten Wikingersiedlung Haithabu an der Schlei zu sehen. Hier bekommen Besucher einen lebendigen Einblick in das Wikingerleben. Vor mehr als 1.000 Jahren war Haithabu ein wichtiges Handelszentrum der Entdecker und Pioniere aus dem Norden. Heute schlendert man dort im Wikinger-Museum durch rekonstruierte Häuser, kann Neu-Wikingern beim Bootsbau über die Schulter schauen und archäologische Funde bestaunen.

Zwischen den Meeren

Kreuzfahrtschiffe fahren in Schleswig-Holstein mitten durchs Land. Durch den Nord-Ostsee-Kanal gelangen jeden Tag über 100 Schiffe von der Nordsee zur Ostsee und umgekehrt. Auf einem Segelboot oder Ausflugsdampfer können Urlauber die Fahrt zwischen Wiesen und Feldern erleben und die turmhohen Traumschiffe an sich vorbeiziehen lassen. 

Musik von Joseph Haydns Oratorien bis hin zu Devil Drivers Heavy Metal erleben Besucher bei den Festivals in echten Norden. Das Schleswig-Holstein Musik Festival mit seinen Klassik- und Jazzkonzerten und das Wacken Open Air Festival für Freunde des Headbangings gehörten zu den größten und beliebtesten Veranstaltungen. Doch die Kulturlandschaft bietet noch viel mehr: Musik aller Genres, Film, Theater, Literatur und zeitgenössische Kunst bis hin zu Seltenheiten wie dem Festival der Froschchöre

Mit Fahrrad und Kanu Geschichte und Kultur entdecken

Wer das Binnenland mit dem Fahrrad erkunden will, hat die Wahl zwischen mehreren Radrouten. Der Ochsenweg führt entlang einer historischen Nord-Süd-Verkehrsader. Der Wikinger-Friesen-Weg verbindet St. Peter Ording an der Nordsee mit Kappeln an der Schlei, und auf dem Mönchsweg gelangt man von Glückstadt bis nach Fehmarn. 

Training für die Armmuskeln und Erholung für die Seele bieten Paddeltouren durch die Flusslandschaften. Im westlichen Binnenland erstrecken sich Moore und Marschen zwischen Eider, Treene und Sorge. Wer mit dem Paddelboot durch dieses ursprüngliche Dreistromland fährt, erlebt das wahre Schleswig-Holstein mit seinen Reetdachhäusern, schwarzbunten Kühen und Storchennestern. Geschickte Paddler werden im Holsteiner Auenland ihren Spaß haben. In vielen Kurven fließen die Stör und ihre Nebenflüsse durch eine nordische Dschungellandschaft. Wer sie durchquert, hat die Natur des echten Nordens nicht nur gesehen, sondern hautnah erlebt.

Kurz und knackig, was kann man noch so machen?

 

Kalkberghöhle Bad Segeberg, © TA.SH / Jan-Christoph Schultchen

Eiszeitland und Brücke nach Dänemark

Urlaub in Schleswig-Holstein? Spontan fallen den meisten Menschen dazu Leuchttürme und Wattenmeer, Strandleben und Segelregatten ein. Doch der größte Teil des Urlaubslandes im echten Norden liegt zwischen Nord- und Ostsee – und bietet eine faszinierende Vielfalt. Buchenwälder und Urstromtäler, Elbmarschen und Kulturlandschaften geben dem Binnenland Schleswig-Holsteins sein Gesicht. Geprägt wurde es vor allem von der Weichseleiszeit vor 20.000 Jahren, als sich bis zu 600 Meter hohe Gletscher über das Land schoben. Mit dem Schmelzwasser verschwanden Teile des früheren Hügellandes, zurück blieben die flache und die hohe Geest, durchschnitten von Urstromtälern.  

Das ist interessant! 

  • Quer durch das Land führt der Nord-Ostsee-Kanal, der die beiden Küsten Schleswig-Holsteins miteinander verbindet. Auf dieser knapp 100 Kilometer langen Wasserstraße gelangt man mit dem Segelboot direkt von Kiel nach Brunsbüttel an der Elbmündung. Rund 100 Kreuzfahrtschiffe durchqueren jedes Jahr das Land auf diesem Weg. Gebaut wurde der Kanal vor 120 Jahren unter der Herrschaft der deutschen Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. 
  • Wer heute in Schleswig-Holstein unterwegs ist, hört neben Plattdeutsch und Friesisch hier und da die dänische Sprache. Bis ins 15. Jahrhundert regierten die Grafen von Schauenburg das dänische Fürstentum Schleswig und die deutsche Grafschaft Holstein einvernehmlich. Schleswig-Holstein wurde Mitte des 18. Jahrhunderts zur preußischen Provinz. Die heutige Staatsgrenze zwischen Deutschland und Dänemark geht auf das Ergebnis einer Volksabstimmung nach Ende des Ersten Weltkrieges zurück. Heute leben etwa 50.000 Dänen in Schleswig-Holstein. 
  • In den Wäldern, Auen und Feldern des Nordens leben viele Wildtiere – darunter Weißstörche und ihre seltenen Verwandten, die Schwarzstörche. In den Fluss- und Seenlandschaften ist der Eisvogel zuhause. Etwa 200 Brutpaare der blau-orange gefiederten Tiere gibt es im echten Norden. Wer in der Abenddämmerung auf einer Waldlichtung oder in einem Hinterhof in den Himmel schaut, hat gute Chancen, Fledermäuse zu beobachten. Lautlos zischen die Ultraschall-Flugkünstler auf der Jagd nach Mücken so schnell hin und her, dass man ihnen mit den Augen kaum folgen kann. 23 Fledermausarten sind in Deutschland bekannt, 15 davon leben in Schleswig-Holstein. Den Winter verschlafen der Große Abendsegler und seine Verwandten in den Kalkberg-Höhlen in Bad Segeberg und in den Türmen der Levensauer Hochbrücke am Nord-Ostsee-Kanal.

Das Binnenland entdecken!

Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, © TA.SH


Mittelholstein

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Bauernhaus, © Holstein-Tourismus e.V.


Holstein

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Treene, © TA.SH


Grünes Binnenland

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Neumünster, © Binnenland Tourismus


Neumünster

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