Segeberger Sommerausflüge in Schleswig-Holstein

Für diesen Sommer hatte ich mir fest vorgenommen, ein paar Häkchen auf meiner Das-wollte-ich-schon-immer-mal-machen-Liste zu setzen. Gleich mehrere Anlaufpunkte befinden sich im südlichen Hügelland von Schleswig-Holstein, um genau zu sein im Kreis Segeberg. Von Bad Segeberg aus starte ich in den kommenden fünf Tagen jeden Morgen nach dem Frühstück mein Ausflugsprogramm. Auf geht’s!

Aussicht vom Kalkberg in Bad Segeberg auf das umliegende Dorf mit roten Ziegeldächern.
© sh-tourismus.de/MOCANOX

Fladdermus (Plattdeutsch für Fledermaus)

Mein erstes Ausflugsziel liegt direkt vor der Haustür und ragt als Wahrzeichen von Bad Segeberg in den Himmel: Der Kalkberg war einmal 120 Meter hoch. Nachdem man unter anderem für den Bau des Lübecker Doms jede Menge Gips gebraucht hatte, ist er auf bummelig 90 Meter geschrumpft. Von der Aussichtsplattform aus hat man trotzdem noch einen tollen Blick über das schmucke Städtchen am Großen Segeberger See. Während der Karl-May-Spiele ist die Plattform allerdings zeitweise gesperrt. Unterhalb des Kalkbergs liegt Norddeutschlands einzige Naturhöhle und mit ihr das größte natürliche Fledermausquartier von ganz Nordeuropa. Zuerst besuche ich, mit Taschenlampe bewaffnet, die interaktive Erlebnisausstellung „Noctalis – Welt der Fledermäuse“ und bestaune die pfeilschnellen Flattermänner in Aktion. Danach geht es durch die 2.260 Meter lange Höhle, wo jedes Jahr mehr als 30.000 Tiere kopfüber Winterschlaf halten.

 

Zwei junge Wildschweine mit hellbraunem Fell und markanten, hellen Streifen schnüffeln am Waldboden zwischen Ästen und einem umgestürzten Baumstamm.
© sh-tourismus.de/Amanda Nowacki

Heute wird’s wild

Am zweiten Tag schwinge ich mich auf aufs Fahrrad. Für die gut 15 Kilometer Strecke lasse ich mir viel Zeit und genieße den Fahrtwind in der schon kräftigen Sommersonne am Vormittag. Nach einer Stunde erreiche ich den ErlebnisWald Trappenkamp. Hier bin ich schon als Kind herumgetobt! Erst einmal begebe ich mich buchstäblich auf Spurensuche der heimischen Waldbewohner. Es raschelt und zwitschert auf dem Wilderlebnispfad, es wuselt und schnuppert in den begehbaren Wildgehegen. Fröhliches Kinderlachen ist von den vielfältigen Spielplätzen zu hören.

Sommertag mit Sahnehäubchen

Heute schnüre ich die Wanderschuhe. Nicht ganz acht Kilometer sind es bis zum Café Ehrgarten im Örtchen Rohlstorf-Quaal. Nach diesem herrlichen Spaziergang habe ich mir etwas Süßes aus der Caféstube von Familie Hoffmann aber auch wirklich verdient! Frisch gestärkt schlendere ich durch den Garten, das Herzstück der Hofanlage. Er ist in verschiedene Flächen unterteilt, die sogenannten Gartenzimmer. Ihr romantischer Zauber liegt in der Zurückeroberung der Natur. Pflanzen und Gebautes sollen hier ganz bewusst zusammenfinden. Und das gelingt!

Ein dichter, grüner Mischwald mit hohen, schlanken Bäumen. Die Sonne scheint durch das Blätterdach und wirft lange Lichtstrahlen und Schatten auf den mit Laub bedeckten Waldboden.
© sh-tourismus.de/MOCANOX

Grüne Schwimmzüge

Im Kreis Segeberg gibt es 16 Naturschutzgebiete, einige davon verstecken sich im Segeberger Forst – mit seinen 4.000 Hektar übrigens das zweitgrößte schleswig-holsteinische Waldgebiet nach dem Sachsenwald. Ich radle gut siebeneinhalb Kilometer bis nach Wahlstedt. Dieses Städtchen habe ich mir gewissermaßen als Uferstelle für ein ausgiebiges Waldbad ausgesucht. Ein Spaziergang unter dem Schatten spendenden Blätterdach der Fichten, Kiefern, Lärchen, Buchen und Eichen lässt mich noch das letzte bisschen Stress und Sorgen abschütteln. Außerdem soll der Gang die Immunabwehr stärken und sogar den Blutdruck senken. Mehr geht nicht!

Vitaminreiche Rückreise

Damit die Abreise nicht so schwerfällt, steht auf der Heimfahrt ein letzter Sommerausflug auf dem Programm: der Stockseehof. Bald sieben Jahrhunderte zählt die Geschichte des ehemals königlichen Gutshofs. Wald und Wiesen, ein See, ein Park und ein Herrenhaus gehören zur Anlage. Was mich anlockt, sind aber vor allem das Café, der Hofladen und die Selbstpflücker-Plantagen. Beladen mit Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren und erstaunlich großen Kirschen bringe ich an diesem Tag mindestens acht Pfund Sommerurlaubsglück mit nach Hause. Mein Beerenmix ist gut für die Haut, für den Stoffwechsel und für die Mundwinkel. Sie gehen eindeutig nach oben!

Tipps und Links

  • Der Stockseehof hat einen reich gefüllten Veranstaltungskalender vom Musikfest bis zum Weihnachtsmarkt. Und wer sich mit hauseigener Marmelade aus dem Hofladen versorgt, sollte auf keinen Fall ein frischgebackenes Brot aus der Gutsbäckerei vergessen. Mehr unter www.stockseehof.de
  • Im kleinen Lädchen gegenüber von der Ehrgarten Caféstube kann man viele schöne Dinge für Heim und Garten shoppen. Mehr unter www.cafe-ehrgarten.de
  • Für die Tour durch die 10°C kühle Kalkberghöhle empfehlen sich lange Hosen und eine Jacke. Ende August stehen die Chancen übrigens am besten, in der Höhle Fledermäuse beim Herein- und Herausfliegen zu sehen. Mehr unter www.noctalis.de
  • Im Wahlstedter Aktivwald ist ein Trimm-dich-Pfad mit 14 Stationen. Für vierbeinige Familienmitglieder findet sich dort auch ein gesondert ausgewiesener Hundewald. Mehr unter www.badsegeberg-tourismus.de und www.wahlstedt.de
  • Im ErlebnisWald Trappenkamp kann man mithilfe von Wilderlebnispfad und einem Wildtier-Quiz auf spielerische Weise sein Wissen rund um Wald und Wildtiere auffrischen. Mehr unter www.erlebniswald-trappenkamp.de
Porträt von Tina Ott

Von Tina Ott

Dem Geburtsort im Ausweis zufolge mag sie zwar eine Karlsruher Suppennudel sein. Aber Tina ist seit Jahrzehnten mit Leib, Seele und Vokabular eingenordet: zu Hause in Kiel, glücklich bei Meerblick und gleichermaßen vernarrt in die norddeutsche Landschaft wie in den trockenen Humor der Menschen, die zwischen den Meeren leben und lachen.