Fünf außergewöhnliche Radtouren zwischen Nord- und Ostsee

Das Fahrrad ist so viel mehr als einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Auf dem Fahrrad kann man Freiheit spüren. Den Rausch der Geschwindigkeit? Vielleicht. Jedenfalls bringt es uns an Orte, die wir mit Auto, Bus und Bahn anders erlebt hätten. Weniger nah, weniger intensiv. Und wenn diese Orte dann auch noch ein besonderes Plus mitbringen, so etwas wie Ozeanriesen, Nobelpreisträger oder Tatort-Kommissare, dann ist Erholung garantiert.

Zwei Fahrräder auf einem Weg mit Blättern.
© sh-tourismus.de/MOCANOX

Lotsenroute

In Brunsbüttel gibt’s viel zu sehen. Gemächlich ziehen an der Elbmündung die großen Pötte aus aller Welt vorbei. Sie wollen hinaus in die Nordsee, in den Hamburger Hafen oder in den Nord-Ostsee-Kanal, der in Brunsbüttel beginnt – oder endet, je nach Perspektive. Rund um die für Schleswig-Holstein so prägende Schifffahrt ist die rund fünf Kilometer lange „Lotsenroute“ konzipiert: Mit der Kanalfähre setzen wir auf den Stadtteil Süd des Städtchens über und radeln entlang der alten Schleusenkammern mit Blick auf die Elbe, Lotsenversetzboote und Schlepper bis zum alten Leuchtfeuer Mole 1. Danach geht es weiter auf dem Deich Richtung Elbehafen. Unvergesslich ist der Rundumblick von der Aussichtsplattform im Kali-Park auf die Elbe und die Skyline des Seehafens.

BahnRadWege Stormarn

Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger im Süden Deutschlands bezeichnen uns Schleswig-Holsteiner manchmal liebevoll als „Preußen“. Und ja, den Preußen kann man hier wirklich begegnen: Zum Beispiel auf der Königlich Preußischen Staatsbahn-Trasse, entlang derer der BahnRadWeg B im Landkreis Stormarn verläuft. Der 22 Kilometer lange Radwanderweg führt von Bad Oldesloe nach Trittau, vorbei an alten Bahnhofsgebäuden, Güter- und Lokschuppen. Zehn Tafeln am Wegesrand bieten handfeste Informationen zur Geschichte der Strecke, die 1887 eröffnet wurde. Apropos Schleswig-Holstein und unsere Eigenarten: Die Radtour führt auch durch Grönwohld, dem Drehort der NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“, die hervorragend Aufschluss gibt über die Seele der Nordlichter an sich.

Holstentor in Lübeck
© sh-tourismus.de

Tour de Grass

Du denkst jetzt vielleicht: Günter Grass und Fahrrad fahren? Passt das zusammen? Ja, tatsächlich hat sich das schreibende und malende Genie gern in die Natur, an einen beschaulichen Ort namens Behlendorf zwischen Lübeck und Mölln zurückgezogen. Grund genug, dem einmal nachzuspüren, seine Aquarelle zu sehen und mit der tollen Landschaft der Stecknitz-Region zu vergleichen. Von Mölln entlang des Elbe-Lübeck-Kanals bis nach Lübeck verläuft die „Tour de Grass“, eine Rad- und Wanderstrecke von insgesamt 46 Kilometern. Über eine kostenlose App erfahren wir an den einzelnen Stationen mehr aus dem Leben und Schaffen des Nobelpreisträgers – und haben dabei seine Gedichte und Geschichten im Ohr: „Denn hier ist gut kommen und gehen.“

Grenzroute

Von „Hej“ bis „Moin“: Die deutsch-dänische Grenzregion zwischen Nordseedeich und der Flensburger Förde ist besonders. Sie lässt sich über eine preisgekrönte, 130 Kilometer lange Fahrradroute erkunden, die den historischen Grenzverlauf mehrfach kreuzt. Informationstafeln und Karten am Weg erzählen die (Kultur-) Geschichte der Region, die sich auch durch ihre Vielsprachigkeit auszeichnet: Hier wird bis heute neben Deutsch und Dänisch unter anderem auch Niederdeutsch und Südjütisch gesprochen. Noch mehr Kultur gefällig? Die Stiftung Emil Nolde Seebüll, die inmitten der weiten Marsch sozusagen am Wegesrand liegt, lädt ein zu einem Rundgang durch das Kunstmuseum, das früher das selbst entworfene Wohn- und Atelierhaus Noldes war.

Kieler Tatort-Tour

Sonntagabend ist Tatort-Zeit. Das Krimi-Urgestein ist aus der deutschen Fernsehunterhaltung einfach nicht mehr wegzudenken. Regionale Schauplätze der Kriminalfälle sind entscheidende Faktoren seiner Erfolgsgeschichte ­– so auch in Kiel, wo Klaus Borowski ermittelt, verkörpert vom gebürtigen Kieler Axel Milberg. Auf der geführten Tatort-Radtour können Fans von nah und fern dem Kommissar an berühmten Schauplätzen nachspüren: Borowski ermittelte schon auf den Fördedampfern, auf der Holtenauer Hochbrücke oder am malerischen Tiessenkai. Und ganz nebenbei erradeln sich die Teilnehmenden die Landeshauptstadt Kiel.

Von FISCHERTEXT. UND PR.