Eine Auszeit am See in Schleswig-Holstein

Die Seenlandschaft in Schleswig-Holstein beeindruckt und lädt zum Verweilen ein. Baden, Stand-Up-Paddling oder doch lieber eine Kanutour? Ein perfekter Tag am See ist purer Luxus für die Seele.

Tretboot auf See
© CC0

Die individuellen Bade-Vorlieben sind etwas sehr Persönliches: Die eine braucht Wellen und Wind, Sand und Strand, der andere liebt das stille, weiche Wasser und einen schattigen, grünen Platz am See. Das hat auch etwas mit Sozialisation zu tun: Wer wie ich aus der Mitte von Deutschland kommt, hat viele Jahre lang die kompletten Sommerferien im Freibad verbracht. Fliesen rundherum und Chlorgeruch in der Nase erinnern mich an Heimat. Manche Menschen (und das sind oftmals die, die ihr ganzes Leben an der Küste verbracht haben) werden dagegen überhaupt nicht gerne nass – typisch für Segel-, aber auch Angel- und Kanu-Fans. Ihnen reicht es, den unverstellten Blick aufs Wasser zu genießen. Für alle ist ein Tag am See genauso wie ein Tag am Meer purer Luxus für die Seele. 

So ein Auszeit-Tag am See beginnt damit, dass ich morgens die Balkontür öffne und mir ein Hauch warmer Luft entgegenkommt. Einmal strecken und ein Blick nach oben: Heute ruft der See ganz laut nach mir. Die Fahrradtasche ist schnell gepackt – Badesachen, eine Picknickdecke, Sonnenbrille und Sonnencreme, ein Buch, Musik, Essen und eine Kanne Kaffee ­– und los geht’s in Richtung Badestelle. Wenn ich gut bin (und der Abend gestern nicht zu lang war), dann bin ich eine der ersten am See, kann mir einen Platz im Halbschatten aussuchen, lege den Drahtesel ins Gras, breite mich aus und werfe einen langen Blick aufs Wasser. Was es heute zu tun gibt? Nichts. Wobei natürlich die Wälder hinter mir rauschen zu hören und die Vögel an ihrem Gezwitscher zu unterscheiden, auch eine Art von Betätigung ist.   

Stand-Up-Paddling Equipment liegt auf Rasen
© sh-tourismus.de/MOCANOX

Das Wasser ist frisch, aber nicht kalt, und nach ein paar Schwimmzügen fühle ich mich, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Anspannung? Stress? Nie gehört. Ohne Anstrengung gleite ich durchs Wasser, drehe mich auf den Rücken und lasse mich vom Wasser tragen. Der See ist heute Wellness und Spa, aber mitten in der Natur und ganz für mich – wenn man mal von ein paar neugierigen kleinen Fischen absieht, die mir um die Beine streifen.

Gegen Mittag hole ich mir eine Portion Pommes rot-weiß am Kiosk, dazu eine kalte Cola. Auch das gehört zu meiner kleinen Auszeit einfach dazu. Die Zeit vergeht unendlich langsam, die Sonne wandert gemächlich über den Horizont, und über meinem Buch nicke ich ein, bis mich Kinderlachen und Getümmel wecken. Eine Gruppe von Jugendlichen versucht sich im Stand-Up-Paddling – was mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Körperspannung, Konzentration und ein bisschen Ernsthaftigkeit braucht es für diese noch junge Sportart. Da sehe ich doch lieber auf die zwei Kanus, die eine Familie gerade für eine längere Tour über den See ausrüstet. Auch hier bewegt man sich mit Paddeln fort, bleibt dabei aber meistens trocken und hat ein bisschen Platz für alles, was unterwegs gebraucht wird. Mit Schwimmwesten ausgestattet ist ein Ausflug mit dem Kanu sogar etwas für kleinere Kinder.  

Mein Lieblingsplatz an der Naturbadestelle liegt jetzt im Schatten. Ich ziehe in die Sonne um, die bereits tiefer steht und ihr Licht in langen Strahlen über den See schickt. So ein Tag wirkt auf mich wie eine Woche Urlaub. Eine letzte Bade-Runde durch den See und von der Sonne trocknen lassen. Dann packe ich zusammen und nehme mir vor, schon sehr bald wiederzukommen.

Meine TOP-3-Favoriten unter den rund 400 großen und kleinen Badeseen in Schleswig-Holstein:

1. Der Westensee inmitten des gleichnamigen Naturparks ist nur 16 Kilometer von Kiel entfernt.

2. In der Holsteinischen Schweiz am Kellersee die Seele baumeln lassen.

3. Gute Informationen zu den Badestellen in den Hüttener Bergen.

Von FISCHERTEXT. UND PR.