Wer zum ersten Mal nach Ratzeburg kommt, merkt schnell: Das Wasser ist hier allgegenwärtig. Die historische Inselstadt wird gleich von vier Seen umgeben - dem Großen und Kleinen Küchensee, dem Domsee und dem Ratzeburger See. Genau diese besondere Lage verleiht der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter. Zwischen glitzernden Wasserflächen, historischen Gebäuden und viel Natur fällt das Abschalten erstaunlich leicht.
Sommerausflug nach Ratzeburg: Zwischen Rudersport und Backsteingeschichte
Doch Ratzeburg ist nicht nur eine Stadt am Wasser. Sie gilt auch als eine der bekanntesten Ruderstädte Deutschlands. Seit Jahrzehnten trainieren hier am Bundesstützpunkt erfolgreiche Ruderinnen und Ruderer, zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister haben auf den Seen ihre Bahnen gezogen.
Ratzeburg vom Wasser erleben
Wie könnte man Ratzeburg also besser entdecken als vom Wasser aus? Kajaks, Kanus, SUPs oder Segelboote: An mehreren Verleihstationen lässt sich fast alles mieten, was schwimmt. Für den heutigen Tag fällt die Wahl auf eine Kajaktour am frühen Morgen. Wer kurz nach Sonnenaufgang aufs Wasser geht, erlebt die Seen von ihrer schönsten Seite. Der Wind schläft noch, die Wasseroberfläche ist spiegelglatt und vielerorts ist man fast allein unterwegs. Fast, denn die Profis sind längst da. Während man gemütlich über den Großen Küchensee paddelt, ziehen die Trainingsboote des Bundesstützpunkts nahezu lautlos ihre Bahnen. Es ist beeindruckend zu beobachten, mit welcher Präzision hier trainiert wird. Das macht diesen ganz besonderen Reiz Ratzeburgs aus: Spitzensport und entspannte Sommeridylle liegen nur wenige Meter auseinander.
Unterwegs eröffnet sich immer wieder ein neuer Blick auf die Stadt. Besonders eindrucksvoll wirkt der Ratzeburger Dom, der über den Bäumen emporragt und sich im Wasser spiegelt. Dazwischen liegen kleine Bootshäuser, gepflegte Gärten und traumhafte Häuser mit direkter Seelage. Auf manchen Bootsstegen sitzen die ersten Bewohner bereits mit einer Tasse Kaffee in der Morgensonne.
Frischer Fisch direkt vom See
Nach einigen Kilometern auf dem Wasser wird es Zeit für eine Pause. Direkt am See lädt beispielsweise die Fischerstube Ratzeburg zur Einkehr ein. Auf der Speisekarte stehen regionale Fischgerichte, darunter frischer Zander, der aus den Gewässern rund um Ratzeburg stammt. Und während auf der Terrasse das Mittagessen serviert wird, kehren draußen die Ruderinnen und Ruderer nach ihrem Training auf dem Großen Küchensee zurück.
Ein Besuch im Ratzeburger Dom
Anschließend lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt bis zum Ratzeburger Dom. Die romanische Backsteinkathedrale wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet und zählt zu den bedeutendsten Kirchen Norddeutschlands. Im Inneren beeindrucken die klaren Formen, die historischen Gewölbe und die besondere Ruhe des Gebäudes. Gerade an warmen Sommertagen ist der Dom außerdem ein angenehmer Rückzugsort. Während draußen die Sonne auf die Inselstadt scheint, sorgt das alte Gemäuer für eine wohltuende Abkühlung.
Ratzeburg verbindet eben gleich mehrere Facetten Schleswig-Holsteins: eine außergewöhnliche Wasserlandschaft, jahrhundertealte Geschichte und eine lebendige Sporttradition.
Schon bald auf der Kinoleinwand
Wer nach dem Ausflug noch mehr Ratzeburg erleben möchte, kann sich schon auf den kommenden Kinofilm „Adams Acht“ im September freuen. Er handelt vom Sieg des Deutschland-Achters 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom und vom umstrittenen Rudertrainer Karl Adam. Gedreht wurde natürlich auch am Originalschauplatz in Ratzeburg.
Impressionen aus Ratzeburg
Autorin
Jana Walther
Jana ist als gebürtiges Nordlicht bei Wind und Wetter in Schleswig-Holstein unterwegs – immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Orten und spannenden Geschichten. Wenn sie mal nicht bei einem Cappuccino mit Meerblick in ihrer Heimat Kiel in die Tasten haut, findet man sie abseits des Trubels auf unbekannten Pfaden in den Naturschutzgebieten des Landes.