Wer bei Kürbis zuerst an den klassischen Hokkaido denkt, dürfte auf Hof Adolf in Braak in der Nähe von Ahrensburg ziemlich schnell ins Staunen kommen. Denn hier zeigt sich der Herbst in Formen und Farben, die man so vielleicht noch nicht gesehen hat.
Kürbiszeit in Schleswig-Holstein: Herbstausflug zum Hof Adolf
Rund 200 verschiedene Kürbissorten gibt es in dem Kürbisparadies – klein und riesig, glatt und warzig, länglich, rund oder so ungewöhnlich geformt, dass man zweimal hinschauen muss. Ein Ausflug in den Kreis Stormarn zeigt deshalb ziemlich gut, warum sich der Herbst in Schleswig-Holstein nicht nur an der Küste genießen lässt. Zwischen Kürbisparadies, buntem Wald und einem Aussichtsturm mit Blick bis nach Hamburg lässt sich hier ein perfekter Herbsttag verbringen.
Mehr als nur Hokkaido
Schon bei der Ankunft auf Hof Adolf wird klar: Hier spielt der Kürbis die Hauptrolle. In der Saison stapeln sich die Früchte in den unterschiedlichsten Farben und Formen auf dem Hof. Orange liegt neben Grün, Gelb neben beinahe Weiß. Manche Exemplare passen bequem in eine Hand, andere lassen sich kaum übersehen.
Seit vielen Jahren dreht sich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Braak im Herbst alles um den Kürbis, darunter Speisekürbisse ebenso wie Schnitz- und Zierkürbisse. Gerade die ungewöhnlichen Exemplare machen den Besuch spannend. Wer bislang vor allem Hokkaido, Butternut und vielleicht noch Spaghettikürbis kannte, entdeckt hier, wie groß die Kürbisfamilie tatsächlich ist. Schon mal was von Eichelkürbis, Schwanenhals oder Bischofsmütze gehört?
Spätestens im Hofladen zeigt sich, was sich aus einem Kürbis noch alles machen lässt. Neben den frisch geernteten Exemplaren stehen hier unter anderem Kürbiskernöl, Marmeladen, Chutneys, Gewürzmischungen und sogar Kürbissekt in den Regalen. Dazu kommen Produkte anderer regionaler Erzeuger. So wird aus dem kurzen Kürbisstopp schnell eine kleine Entdeckungstour und ziemlich sicher landet am Ende mehr im Korb als der Kürbis für die nächste Suppe.
Rein in den Herbstwald
Nach so viel Orange geht es weiter ins Grüne. Rund 30 Kilometer östlich von Hamburg wartet in Trittau mit der Hahnheide eines der schönsten Waldgebiete der Region. Das etwa 1.500 Hektar große Naturschutzgebiet ist geprägt von alten Kiefern, Buchen und Fichten und bietet zahlreiche Möglichkeiten für einen Spaziergang oder eine längere Wanderung.
Gerade im Herbst lohnt es sich, ein bisschen mehr Zeit mitzubringen. Dann raschelt das Laub unter den Schuhen, zwischen den Baumstämmen fällt das tiefe Herbstlicht hindurch und die Hahnheide zeigt sich noch einmal von einer ganz anderen Seite.
Ein Ziel sollte dabei unbedingt auf der Route liegen: der Lange Otto. Der 27 Meter hohe Aussichtsturm steht auf dem 99 Meter hohen Großen Hahnheider Berg. Wer die Stufen nach oben nimmt, schaut weit über die Stormarnsche Schweiz hinweg. Bei guter Sicht lässt sich in der Ferne sogar der Hamburger Fernsehturm erkennen.
Kulinarischer Abschluss
Nach Kürbishof, Waldspaziergang und Aussichtsturm darf der Tag gern noch etwas gemütlicher werden. Dafür liegt die Waldeslust in Hamfelde ziemlich passend. Der traditionsreiche Landgasthof liegt direkt an der Hahnheide und lädt nach einem ausgiebigen Herbstspaziergang zu einer gemütlichen Einkehr ein.
Info:
Hof Adolf - Kürbisparadies
Im Dorf 8, 22145 Braak, Deutschland
Öffnungszeiten: im September und Oktober täglich 10-18 Uhr
Impressionen vom Herbstausflug
Autorin
Jana Walther
Jana ist als gebürtiges Nordlicht bei Wind und Wetter in Schleswig-Holstein unterwegs – immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Orten und spannenden Geschichten. Wenn sie mal nicht bei einem Cappuccino mit Meerblick in ihrer Heimat Kiel in die Tasten haut, findet man sie abseits des Trubels auf unbekannten Pfaden in den Naturschutzgebieten des Landes.