Die Nordsee ist so etwas wie die große, wilde Schwester der Ostsee: Sie ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans und durch ihre vergleichsweise geringe Tiefe von nur höchstens 100 Metern ist die See oft rau und „kabbelig“ – wie man in der Seemannssprache sagt, wenn die Wellen an der Oberfläche gegeneinander laufen. Diese Verhältnisse sind eine Herausforderung für alle zur See Fahrenden, die sich früher wie heute gerade bei schlechter Sicht über die Wegweisung der Leuchtfeuer freuen ­– dem maritimen Wahrzeichen Schleswig-Holsteins, dem Land zwischen den Meeren.

© Beate Zoellner

Dazu kommen der unveränderliche Wind und der ewige Wechsel von Ebbe und Flut, die die Landschaft der Nordseeküsten maßgeblich prägen: Über 4.410 Quadratkilometer erstreckt sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe ist, von der nördlichsten Spitze Sylts bis zur Mündung der Elbe. Eine großräumige, unberührte Fläche aus Schlick, Sandbänken, Dünen, Deichen und Salzwiesen, die für rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat ist und wo die Natur Natur sein kann.

Salzwiesen
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Stichwort Natur: Auf Deutschlands einziger Hochsee-Insel Helgoland findet jedes Jahr im Juni mit dem Lummensprung ein in wahrstem Sinne des Wortes beflügelndes Ereignis statt. Die jungen, noch flugunfähigen Wasservögel stürzen sich vom Brutfelsen bis zu 50 Meter in die Tiefe, um ihren Eltern zu folgen, die von der Nordsee aus nach ihnen rufen.

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