Wi­kin­ger Fra­gen

Drei Fragen an Barbara Post und Stefan Lipsky, die ein Buch über die Wikinger geschrieben haben.

/ Interview: Susanne Kollmann

Was können wir heute noch von Wikingern lernen?

Vielleicht ihre Neugier. Das Heim hieß im Alt-Nordischen „Heimr“, und daraus leitete sich „heimskr“ ab: einfältig. Das heißt: Wer zu Hause blieb, galt als dumm. So brachten die Neugier der Seefahrer und Händler und die Angriffslust der Krieger neuen Reichtum und neue Ideen in die Welt – und damit den Wandel.

Illustration eines Wikingerhelms aus Norwegen. © Raufeld Medien© Raufeld Medien

Waren Wikinger neugieriger und mutiger als andere?

Mutiger vielleicht, aber auf jeden Fall emanzipiert. Man sollte die Rolle der Frauen nicht unterschätzen! Wenn die Männer im Frühjahr lossegelten, war nicht gesagt, dass sie im selben Jahr wieder nach Hause kamen. Die Frauen waren dann allein verantwortlich für Haus und Hof. Verbürgt sind sogar Geschichten von Frauen, die allein nach Island auswanderten. Dazu gehörte schon eine Menge Mut.

Was gehört ins Reich der Mythen?

Trinkhörner und Hörnerhelme! Die sind eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Die echten Wikinger trugen sie nie. Garantiert: nie! Denn Hörnerhelme wären im Kampf lebensgefährlich gewesen, weil ein Schwerthieb nicht am Kopfschutz abgleiten konnte. Aus Hörnern wurde höchstens Met getrunken. In Walhall servierten Walküren den Göttertrank in Hörnern, damit die Helden mit Odin trinken und feiern konnten.

Buchtipp: „Faszination Wikinger“, Theiss-Verlag, Darmstadt 2017