Kathrin Dehn-Schumacher vom Hofcafe Bauernstübchen, © Holger Stöhrmann / Mohltied!

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Nicht nur Urlauber steuern den idyllisch gelegenen Hof gern an, auch Liebhaber ländlich-ehrlicher Torten, kerniger Brotzeiten und regionaler Produkte pilgern in der Saison nach Radlandsichten. Seele des Hofcafés Bauernstübchen und des Hofladens ist Kathrin Dehn-Schumacher. Die gebürtige Kölnerin gibt auf Radlandsichten den Ton an – und das Tempo vor.

Erstmals kam die energiegeladene Hofmanagerin als Teenager nach Radlandsichten. Das junge Mädchen verliebte sich in den Hoferben und auch ins Landleben, verlängerte den Urlaub um ein Aussteigerjahr, machte später bei ihrer Schwiegermutter in spe eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin, baute noch einen Meistertitel dazu und ging für ein Jahr in die Schweiz, um Auslandserfahrungen zu sammeln.

Am 9. Mai 1989 hatte auf Radlandsichten die Geburtsstunde der Hofcafés in Schleswig-Holstein geschlagen. Im früheren Deputatenhaus eröffnete Ingrid Schumacher an diesem Tag das erste offizielle Bauernhofcafé des Landes. Bis heute blieb das Interieur weitgehend unverändert.

Gut 50 Plätze hat das Hofcafé Bauernstübchen. Draußen auf der Terrasse und im Garten ist die Gästezahl nach oben unbegrenzt. Serviert wird Salziges, vor allem aber Süßes. Auf Hof Radlandsichten wird dabei der Ehrenkodex der Bauernhofcafés in Ehren gehalten: „Jeder Teigboden ist selbst gebacken, das Obst kommt möglichst aus dem Hofgarten oder der Region. Die Äpfel sind zum Beispiel eigene Ernte oder vom Nachbarn. Und um die Pflaumen streite ich mich im Spätsommer mit unseren Ziegen.“

Kaffee wird im Hofcafé Bauernstübchen mit eigenem Brunnenwasser gebrüht und im Pott serviert – oder in uralten Kaffeekannen. Zahlreiche mal schlanke, mal bauchige, mal schlichte, mal verschnörkelte Schmuckstücke zieren den Gastraum. Kein Wunder, denn „wer ´ne schöne alte Kanne mitbringt, kriegt die erste Kaffeerunde umsonst“.

Auch ein Gebäude weiter im kleinen Hofladen wird die klassisch-ländliche Lebensart kultiviert. Unterstützt wird Kathrin Dehn-Schumacher von ihrer Schwägerin, einer gelernten Hotelfachfrau, und von einer Auszubildenden zur Hauswirtschafterin mit ländlichem Schwerpunkt – „Ein Beruf, der viel mehr Anerkennung verdient hätte!“ Bleibt am Schluss noch eine Frage: Wo nimmt diese Frau bloß ihre Energie her? Kathrin Dehn-Schumacher weiß es selbst manchmal nicht so genau. Aber vielleicht hat es mit einem kleinen Geheimnis zu tun: „Ich fahre jedes Jahr zum Karneval in meine Heimatstadt Köln.“

Diese Glücksgeschichte (Text: Eckhard Voss, Fotos: Holger Stöhrmann) erschien erstmals in der [Mohltied!]. Das Besseresser-Magazin für Schleswig-Holstein erscheint viermal im Jahr.

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