Garten Norderstedt © TA.SH© TA.SH

Gar­ten­rou­te Se­ge­berg

Landpartie zu Gütern und Seen

Die Landschaft Schleswig-Holsteins spiegelt sich in den Gärten und Parks des Kreises Segeberg wider. Im fruchtbaren östlichen Hügelland mit seinen zahlreichen Seen öffnen Gutsanlagen ihre Tore. Sie geben Einblicke in gewachsene Gartengeschichte und zeigen oft Jahrhunderte alte Baumveteranen. Das Landleben bereichern Gartenfestivals mit kreativen Ideen und die Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals präsentieren sich in Scheunen mit klangvollem Ambiente. Auf dem Rücken der Geest mit ihren ausgedehnten Waldflächen sind bäuerliche Hofanlagen eingebettet, die sich mehr und mehr der Gärtnerei widmen und mit üppigen Staudenrabatten und besonderen Schaugärten locken. Ein besonderes grünes Motiv im ganzen Kreis sind die Kirchen, Kirchplätze und Friedhöfe, die von der Besiedlung und Sicherung des Landes berichten. Wo 2011 in Norderstedt die Landesgartenschau stattgefunden hat, bietet heute der Stadtpark Norderstedt eine weitläufige Parklandschaft mit Badesee und Wasserski.

Gär­ten in Se­ge­berg

Quaaler Ehrgarten

Der Garten hat den Hof der Familie Höppner-Rohder erobert. Schnell verstreicht ein Nachmittag zwischen Kuchen- und Gartenrunden, man genießt an immer anderen Plätzen. Mit leichter Hand und künstlerischem Geschick wurde der Einzug von Rosen, Hortensien und Akeleien gelenkt und eine fein abgestimmte Farbenwelt geschaffen. Ein ausgedehnter Teich verleiht dem Garten Weite und verknüpft die verschiedenen Gartenräume durch unvermutet arrangierte Blickachsen. Laubengänge und Rosenbögen tun ein Übriges, um die Vielfalt zu leiten und besondere Pflanzen ins rechte Licht zu rücken. Durch Pflanzungen in den Farben ihrer Flaggen werden die skandinavischen Länder versinnbildlicht. Hier, am Rand des Gartens, öffnet sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Landschaftsfenster und dem Gast wird ein Spiegel vorgehalten. Der Ehrgarten wird durch Skulpturen des Hausherrn bereichert, der Wesen und Dinge virtuos aus Holz und Metall erschafft. Handgemachtes und andere schöne Dinge runden den Besuch ab.

Tipp: Am Klüthsee und Großen Segeberger See entlang geht es nach Bad Segeberg. Die Kuranlagen und wunderbar gelegene Friedhöfe der Marienkirche leiten zur historischen Lübecker Straße, die sich schneckengleich zum Kalkberg windet. Dort wo im Sommer Winnetou reitet, lässt sich auch die Welt der Fledermäuse erkunden. www.bad-segeberg.de

Adresse und Kontakt:

Gutsgarten Wensin

Malerisch liegt das Gut Wensin mit seinem 1642 erbauten Herrenhaus am Nordufer des Wardersees. Der Gutsgarten ist eine Besonderheit in der schleswig-holsteinischen Gartengeschichte:

Seit der Zeit des Barocks werden die ein Wegekreuz bildenden Lindenalleen regelmäßig geschnitten und bei Bedarf nachgepflanzt. Blickpunkt einer der Alleen ist der „Apollon“, eine Sandsteinskulptur wie sie wohl einst in großer Zahl zur Gartenausstattung zählten. Lange Gartenmauern mit Spalierobst geben einen introvertierten Charakter und erinnern im Verbund mit der ehemaligen Orangerie, dem Gärtnerhaus und dem Bienenhaus daran, dass Gärten nicht nur Schönes, sondern auch Nützliches hervorbrachten. Schon seit dem 19. Jahrhundert werden im Barockgarten Obstbäume gezogen und von den Eigentümern heute regelmäßig um besondere Sorten ergänzt. Eine weitere Lindenallee führt durch einen landschaftlichen Gartenteil an den Wardersee. Diese ist zwar nicht zugänglich, doch bietet sich hier ein charmanter Blick auf die Gartenseite des Herrenhauses.

Tipp: Auf dem Friedhof im benachbarten Warder befindet sich die Begräbnisstätte früherer Wensiner Erbherren. Die trutzige Backsteinkirche, 1198 als Feldsteinbau begonnen, das Pastorat und die Lindenallee bilden ein einzigartiges Ensemble oberhalb des Wardersees.

Adresse und Kontakt:

Gutsdorf Pronstorf

Pronstorf ist ein einzigartiges Ensemble aus historischen Gebäuden und dörflichem Grün, das fast ausschließlich zum Gut der Grafen zu Rantzaus gehört. Ein Alleennetz durchzieht und umgibt das Gutsdorf, das mit Kunsthandwerk, Antikem und Veranstaltungen lockt. Bei einem Spaziergang im Schatten 200-jähriger Linden und 150-jähriger Kastanien lässt sich die frühere Vielfalt eines Gutsbetriebes mit der ehemaligen Meierei, dem Kutscherhaus, dem stattlichen Kuhhaus und dem Gästehaus „Pronstorfer Torhaus“ erforschen. Auch die hoch oben auf einem Hügel thronende, 1198 errichtete Vicelinkirche steht als Patronatskirche unter dem direkten Einfluss des Gutsherrn. Auf ihrem Kirchhof sind geschichtsträchtige Grabstätten und ein 1870 errichtetes Mausoleum der Familie von Buchwaldt zu entdecken, die Jahrhunderte lang Pronstorf besaß. 1866 wurde wegen räumlicher Enge nahe bei ein lindengesäumter Friedhof angelegt. Die idyllische Szenerie lädt zur Rast, bei der der Blick über sanfte Kuppen bis zum Wardersee schweift.

Tipp: Zum Pronstorfer Veranstaltungsreigen zählen Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals und die Pronstorfer Weihnacht.

Adresse und Kontakt:

Gutsgarten Glasau

Nahe der Trave verweben sich der Garten des Gutes Glasau und das Grün des Dorfes Sarau zu einem idealen Landschaftsbild. Auf einem Hügel steht das Gutshaus, das 1911/12 im Stil englischer Herrenhäuser mit angeschlossenen Reitställen errichtet wurde. Die sanften Hänge im weitläufigen Park beschirmen stattliche Bäume, zu denen Blutbuchen, alte Knickeichen und ein Kastanienrondell zählen. Ein Eiskeller und das Bienenhaus sind Zeugen der früheren Gutswirtschaft. Eine Allee aus alten Kopflinden führt auf den „Hof“, wo bis 1837 im Bogen eines Wassergrabens eine Burg stand. Das schlichte alte Herrenhaus prägt die ehemalige Insel. Es wurde im 18. Jahrhundert von der Familie Reventlow-Altenhof errichtet, die für ihren Nebenbetrieb Glasau auf ein aufwändigeres Herrenhaus verzichtete. Die Glasauer Gutsherren waren auch Schutzpatrone der Sarauer Kirche, deren Bau bereits 1147 an einem ehemaligen Thingplatz begonnen wurde. Zu ihr und ihrem lindengesäumten Friedhof führt eine schattige Lindenallee.

Tipp: Die Mönche des Karthäuserklosters in Ahrensbök betrieben in Glasau auch Fischwirtschaft. Das Kloster wurde 1584 abgebrochen und an seiner Stelle ein Schloss errichtet. Heute steht dort das Ahrensböker Rathaus. Barocke Linden und Gräben kennzeichnen noch immer den ehemaligen Garten.

Adresse und Kontakt:

Stockseehof

Eingerahmt von alten Solitärbäumen steht das klassizistisch anmutende, doch erst 1960-61 errichtete Herrenhaus auf einer kleinen Anhöhe, für das die Hamburger Häuser der Besitzerfamilie Baur Pate standen. Jenseits einer 1816 gepflanzten Lindenallee liegen die Gutsanlage. Was sich heute als malerischer Teich mit einer baumbestandenen Insel zeigt, war einst Standort einer durch einen Wassergraben geschützten Burganlage. Noch bis 1789 stand hier ein Jagdschlösschen. Das Gut gibt der Park&Garden - Country Fair, einer großzügig auf dem Anwesen arrangierten Gartenmesse, einen würdigen Rahmen, in dem jährlich neue Themengärten präsentiert werden. Kreative Gärtner und Landschaftsarchitekten zeigen unter wechselnden Mottos originelle Anlagen, in denen Gartenliebhaber viele Ideen „pflücken“ können. Die Schaugärten entwickeln sich über den Sommer auf erstaunliche Weise, so dass wiederholte Besuche, sei es beim Schleswig-Holstein Musik-Festival oder zur Kirsch- und Himbeerernte, lohnen.

Tipp: Im Erlebniswald Trappenkamp zeigt ein blühender Schmetterlingsgarten beliebte Nahrungspflanzen der Gaukler der Lüfte. Tannenhof, 24635 Daldorf.

Adresse und Kontakt:

Gut Kaden

Eine von Linden gesäumte Kopfsteinpflasterstraße führt auf den Ehrenhof des 1762 erbauten Herrenhauses, das heute Sitz eines Golfclubs ist. Üppige Rhododendron, Eichen, Buchen und Kastanien und eine weit in die Landschaft strahlende Allee sind das Herzstück des Landschaftsgartens. An diesen schmiegen sich die Greens einer anspruchsvollen Golflandschaft, in der jährlich die Weltelite des Golfsports zu Gast ist. Die Pinnau durchfließt dieses modellierte Gelände und markiert in der Nähe des Herrenhauses das frühere Wehrsystem, zu dem auch ein Umflutgraben und die Fischteiche gehörten. Der neben den Gewässern verlaufende Weg markiert die historische Kadener Landstraße. Wer in den waldähnlichen Teil der Anlage eintaucht und dort auf Entdeckungsreise geht, erschließt sich mit dem Eiskeller und alten Parkbäumen Spuren eines historischen Gartens. Pfade führen durch zwei Linden- und eine Hainbuchenallee, in deren Anschluss ein Damm von einst aufwändiger Landeskultur zeugt. 

Tipp: Lindenkränze rahmen Kirch- und Friedhöfe im Westen des Kreises Segeberg. Besonders sehenswert sind die Bad Bramstedter Maria-Magdalenenkirche und die 1772 fertig gestellte, achteckige Kirche in Großenaspe, die Zarin Katharina II. von Russland erbauen ließ. Geometrische Muster und geschnittene Linden formen den Wald des Boostedter Friedhofs.

Adresse und Kontakt:

Gutspark Borstel

Das Herrenhaus Borstel, heute ein Forschungszentrum für Medizin und Biowissenschaften, liegt eingebettet in einen waldreichen Landschaftspark. Friedrich von Buchwaldt (1697-1761), Geheimrat und nach der Überlieferung recht prunkliebend, ließ den aufwändigen barocken Bau zwischen 1743 und 1751 errichten. Ganz ungewöhnlich für Schleswig-Holstein zeigt das Backsteingebäude viele Rokokoelemente. Von der ehemaligen barocken Gartengestaltung zeugen noch die alten Linden, die den Ehrenhof rahmen und einige Alleereste. Die beiden kleineren Gebäude am Ehrenhof waren ehemals Stall- und Gesindehäuser des wohlhabenden Gutes. Beim Schlendern im Park entdeckt man auch Baumveteranen, die mit der landschaftlichen Umgestaltung des Gartens seit dem frühen 19. Jahrhundert gepflanzt wurden. Zu dieser Zeit war das Gut Borstel für seinen reichen Forstbestand und den Liebreiz der Landschaft weithin bekannt. Heute laden waldige Spazierwege und weite Wiesenflächen am Mühlenteich zu einem Besuch ein.

Tipp: An der sehenswerten Sülfelder Kirche, die einst dem Gut Borstel unterstand, liegen der Kirchhof und das denkmalgeschützte Pastorat. Nahe dem Friedhof am Neuen Weg mit Linden kranz und denkmalgeschützter Kapelle (1895) fließt der alte Alster-Trave-Kanal (1529–1550).

Adresse und Kontakt:

  • Parkallee 1-40, 23845 Borstel

Se­hens­wer­tes in der Um­ge­bung