Rendsburg NOK © TA.SH / MOCANOX© TA.SH / MOCANOX

Gar­ten­rou­te Rends­burg-Eckern­för­de

Aus blauer Blüte grüne Kunst

Wie eine Lebensader durchspannt der imposante Nord-Ostsee-Kanal das zwischen den beiden Meeren gelegene weite Gebiet des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Auch gleitet der Blick immer wieder über die Wasserspiegel von Ostsee, Seen und Fischteichen. Diese Gewässer verhalfen der Region zu wirtschaftlicher Blüte als strategisch wichtige Handels- und Transportwege und trugen schon früh zur Versorgung bei. Es eröffnen sich ganz eigene Gartenperspektiven, oft von hoch gelegenen Ufern und Hügeln. So schweift das Auge weit vom Grünen ins Blaue und auf Boote, Kähne und Wellen. Die ausgedehnten, einst blaublütigen Güter mit ihren Parks zeugen vom Reichtum der Region und verknüpfen seit Jahrhunderten das Schöne mit dem Nützlichen. Stadtparks und private Gartenkleinode warten mit einer üppigen Blütenfülle auf. In vielen Gärten und Parks verbindet sich die Gartenkunst zudem mit bildender Kunst und geformter Fantasie, entsprechend vielgestaltig sind die Skulpturenparks auf der Route.

Gär­ten in Rends­burg-Eckern­för­de

Eckernförder Promenaden

Kurpark, Strandpromenade, Bürgerpark am Landratsamt und Borbyer Ufer verbinden sich über den Hafen zu einem etwa 3 km langen begehbaren Blütenband an der Eckernförder Bucht. Mit Blick auf die Ostsee setzen Skulpturen aus Stahl und Stein Akzente, verbinden die Gartenkunst mit bildender Kunst und dem Glitzern des Wassers. Die Kunstwerke stammen von den wiederkehrenden Kunstausstellungen, die in den Anlagen durchgeführt werden. Unter den Werken sind solche der bekannten Bildhauer Achim Kühn und Martin Wolke oder der Kunstschmiede Hans-Jürgen Zyche, Michael Kaczmar und Heiner Marten. Für die unvergleichlich vielgestaltige Blütenpracht sorgt eine engagierte Stadtgärtnerei durch eigene Anzucht von Tausenden von Sommerblumen und Stauden, die in den Parks im Verlauf des Jahres immer wieder neue Farbspiele hervorbringen. Ein mäandrierender Bach aus blaublühenden Krokussen entstand als Kunstprojekt "Wasser im Fluss" in den Borbyer Anlagen in Zusammenarbeit mit dem Eckernförder Künstler Rüdiger Ziegler.

Tipp: Vom Borbyer Ufer gelangt man über einen Aussichtspunkt zum Friedhof Borby (Bergstr. 38) und zum Friedhof am Mühlenberg mit interessanten Denkmalen und stattlichen Alleen. Eine exotische Innenraumbegrünung ist am Technik- und Ökologiezentrum (TÖZ) zu finden, Marienthaler Str. 17, Eckernförde.

Adresse und Kontakt:

  • Vogelsang/ Bergstraße, Preußerstraße, 24340 Eckernförde

Garten am Nord-Ostsee-Kanal

Vom Treidelweg am Nord-Ostsee-Kanal führt der Weg steil nach oben zum Garten. Am Gartentor angekommen, empfängt den Gartenfreund ein blumiges Paradies. 5000 blühende und fruchtende Quadratmeter auf verschiedenen Ebenen über dem Kanal laden zur Entdeckung von Themengärten ein und locken in gemütliche Sitzecken. Schiffe aus aller Herren Länder scheinen durch die Bäume des Gartens zu gleiten. In dieser besonderen Atmosphäre lassen sich nicht nur die Pflanzen genießen, sondern auch der hausgemachte Kuchen und die „Kanal-Vital-Schnitte“ der „Sonderbar“. Viele Kräuter, Stauden und verschiedene alte und wohlschmeckende Tomatensorten werden als Jungpflanzen zum Kauf für den eigenen Garten angeboten - natürlich mit Genussgarantie. Zur Erntezeit sind auch die formenreichen Früchte der Tomaten und anderes Gemüse erhältlich. Für weitere Unterhaltung sorgen einfallsreiche Installationen und selbst geschmiedete Kunstobjekte, die zwischen den Pflanzen hervorlugen.

Tipp: Der Gutspark Quarnbek mit stattlichen alten Bäumen wurde 1903 vom Gartenarchitekten Julius Trip angelegt, 24107 Quarnbek. Ein weiter Blick öffnet sich vom Obstcafé Warleberg inmitten der Kirschplantage auf den Kanal, Obstgut Warleberg, 24214 Neuwittenbek.

Adresse und Kontakt:

Gutspark Bossee

Den ersten Empfang am Gutshof Bossee bereiten die imposante Scheune und der Kuhstall von 1709. Sie rahmen den Wirtschaftshof an dessen Kopf das Herrenhaus steht. Schon im Hof sind interessante Bäume zu finden, darunter eine ausladende Magnolie und eine mächtige Platane. Über einen Wanderweg gelangt man vom Hof, vorbei am privaten Gartenbereich direkt am Haus, in den Park hinter dem Herrenhaus. In dem rund 40 Hektar großen Park rahmen außergewöhnliche Bäume die weiten Wiesenflächen des Landschaftsgartens. Eine Eiche und eine Buche bilden am nordöstlichen Weg ein kunstvoll verbundenes Baumpaar. Sehenswert sind auch die Frühlingsblüher und die Rhododendronblüte im Mai. Die „Aue“ durchfließt den Park und in einem kleinen Teich blühen im April gelbe Schein-Calla (Lysichiton americanus). Im Norden des Parks liegt eine verfallene Grotte, die einst Teil eines umfangreichen Steingartens war, der um 1898/99 angelegt wurde. Ein Betreten der Grotte ist wegen möglicher Einsturzgefahr nicht gestattet.

Tipp: Die St. Catharinenkirche umgibt der von schönen Linden gefasste Alte Friedhof Westensee, Dorfstr. 26, 24259 Westensee.

Adresse und Kontakt:

Gutspark & Allee Emkendorf

Der Weg nach Emkendorf führt durch eine 4 km lange Allee aus Linden, Kastanien und Ahorn entlang der Landstraße zum Gut. Vor 300 Jahren gehörte die Allee bereits zur barocken Gutsgestaltung und ist ein eingetragenes Naturdenkmal. Ab 1790 wurde der bis dahin formale Garten unter Fritz Graf Reventlow (1755-1828) und seiner Frau Julia, geb. Schimmelmann (1763-1816) durch den Architekten Carl Gottlob Horn (1734-1807) in einen romantischen Landschaftspark umgewandelt. Aus dieser Zeit stammen die weiten Wiesenflächen am Hasensee und die malerischen Parkbäume, eingebettet in die hügelige Landschaft des Naturparks Westensee. Der Garten diente in dieser Blütezeit auch dem so genannten „Emkendorfer Kreis“, einer schwärmerisch-romantischen und religiös-konservativen Gesellschaft aus Literaten, Philosophen und Kulturfreunden als Ort der Erbauung und soll unter anderem die Dichtung Matthias Claudius‘ (1740-1815) beeinflusst haben. Emkendorf steht mit regelmäßigen Konzerten auch heute noch für Kultur.

Gut Emkendorf Luftaufnahme © TA.SH / MOCANOX© TA.SH / MOCANOX

 

 

 

 

 

Tipp: In der Arche Warder findet man seltene Nutztierrassen wie das Angler Sattelschwein oder die Ostpreußische Skudde, die einst auch auf Gütern ihren Platz hatten. Langwedeler Weg 11, 24646 Warder. Nahebei zeigt Ben Siebenrock im Steinpark Warder am Gut Seehof seine Skulpturen, 24646 Warder,

Adresse und Kontakt:

Skulpturenpark Nortorf

Auf Initiative des Nortorfers Kurt Hamer wurden im Stadtpark von Nortorf seit 1987 Skulpturen unterschiedlichster Stilrichtungen von namhaften schleswig-holsteinischen Künstlerinnen und Künstlern aufgestellt. Diese verbinden sich - von den Künstlern gezielt platziert - mit der Gestaltung des Landschaftsparks zu harmonischen Bildern und werden von gepflegten Strauch- und Blütenpflanzungen gerahmt. Vertreten sind unter anderem Werke der Künstler Klaus Kütemeier, Jörg Plickat, Jan Koblasa und Susan Walke. Der Skulpturenpark in Nortorf ist dabei in ständigem Fluss, denn gelegentlich werden neue Kunstwerke in Szene gesetzt, so dass immer wieder andere Entdeckungen gemacht werden können. Im Herbst fällt der in den Jahren 1953-56 von der Stadt und dem Nortorfer Gärtner Erwin Rumpf gestaltete Stadtpark in einen rotgoldenen Blätterfarbenrausch. Auch zu anderen Jahreszeiten sind die gewählt gesetzten Baumgruppen und interessante Einzelbäume sehenswert.

Adresse und Kontakt:

Altenjahner Kräutergarten

Ein echter Garten der Vielfalt ist der Altenjahner Kräutergarten, den Traute Struve in die hügelige Landschaft gezaubert hat. Nicht nur der Duft von Kräutern zieht durch die Luft, sondern auch eine ungebremste kreative Energie, die aus der Blütenfülle strahlt. Überall trifft man auf Garteninstallationen mit Witz und Sinngehalt: Ein getöpfertes Brot liegt, lange haltbar, zwischen Getreide in einer alten Schneidemaschine. Ganz in Weiß haben sich Tisch und Stühle in einem Feld weißer Margeriten eingerichtet. Im „Rittergarten“ versammeln sich Rittersporn, Raubritterrose, Schwertlilie und Königsnessel um einen Brunnen und im „Zaubergarten“ wachsen selbst Bäume verkehrt herum. Weil der „Weg das Ziel“ ist und „neue Wege entstehen, weil man sie geht“, entwickelt sich auch der Garten stetig weiter und beschreitet immer neue Pfade. Ein „Naschgarten“ und ein „Fledermausgarten“ besonderer Art machen auch Kindern Lust auf den Garten, wo man manches über die Gärtnerei und die Landwirtschaft lernen kann.

Tipp: Der Kurpark Tönsheide hat schattige Plätze unter Bäumen und ein Café. Im Mai blühen üppige Rhododendren, Am Kurpark, 24613 Aukrug-Tönsheide.

Adresse und Kontakt:

Waldpark Wilhelmshain & Herrnhuter Friedhof

Gleich am Ortseingang von Hanerau-Hademarschen strahlt das Herrenhaus (1835-37) über den Mühlenteich. Auf der Gutsinsel - zu den Öffnungszeiten des Cafés zugänglich - befindet sich eine außergewöhnliche vielflächige Block-Sonnenuhr (um 1750), die auf mannigfache Weise die Zeit angibt. Der zum Gut gehörige Waldpark (1812-16) wurde durch den sozial gesinnten Theologen Johann Wilhelm Mannhardt (1760–1831) gestaltet, der das Gut unter fortschrittlichen, ästhetisch-sozialen Gesichtspunkten anlegte. Schöne Spazierwege führen heute zu den Spuren einstiger Kaskaden und Ausblicke. 1805 hatte Mannhardt schon einen Friedhof nach der Ordnung der Herrnhuter Brüdergemeine anlegen lassen. Dieser ist in sechs Quartiere unterteilt, in denen Männer und Frauen getrennt und untergliedert in Verheiratete, Ledige und Kinder ruhen. Der Aufbau des Friedhofs ist in Norddeutschland einmalig. Am Friedhofszugang weist eine Bronzeplastik auf die Verbindung des Ortes zum bekannten Dichter Theodor Storm hin.

Tipp: Der Künstlergarten Roland Rafael Repczuk lebt von gebauter Fantasie, Garten- & Hausbesichtigung nach Voranmeldung, Mannhardtstraße 31, 25557 Hanerau-Hademarschen.

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Stadtpark Rendsburg & Paradeplatz

Wo sich heute der Stadtpark erstreckt, befanden sich einst an der Eider die Festungsanlagen der ehemaligen Garnisonsstadt Rendsburg. Der Paradeplatz war Kernstück dieses „Neuwerks“ von 1690/95. Als die Festung geschleift wurde, legte man ab 1861 auf Initiative des noch heute engagierten Rendsburger Verschönerungsvereins im Anschluss an den Paradeplatz zunächst den so genannten „Kindergarten“ am Stadtsee an. Hier spazierten die Kindermädchen mit ihren Wagen vorbei an Denkmälern, die Weiße Brücke war beliebtes Postkartenmotiv. Unter Mitwirkung des Rendsburger Kunstgärtners Friedrich Pohlmann pflanzte man seltene Bäume, von denen noch heute Ginkgo, Kastanien, Linden, Trauerbuchen und verschiedene Birkenarten zu finden sind. Bis in die 1930er Jahre wurde der Park erweitert und seit 1954 Skulpturen namhafter Künstler aufgestellt, unter denen sich im Frühling ein bunter Krokusteppich ausbreitet. Zukünftig ist eine erneute Verschönerung des Stadtparks geplant.

Tipp: Im Garten des Nordkollegs steht ein mit über 50 Sorten veredelter Apfelbaum. Am Gerhardshain 44, 24768 Rendsburg. Der Alte Garnisonfriedhof erzählt die Festungsgeschichte Rendsburgs. Auf dem benachbarten Friedhof Neuwerk wachsen Trauerweiden wie lebende Dome. Friedhofsallee, 24768 Rendsburg.

Adresse und Kontakt:

Skulpturenpark Kunst in der Carlshütte (KIC)

Auf dem Gelände der stillgelegten Gießerei aus dem frühen 19. Jahrhundert entstand 1997 das Kulturforum „Kunst in der Carlshütte“ (KiC). Durch diese weitsichtige Umnutzung als gemeinsame Initiative der ACO Gruppe und der Städte Büdelsdorf und Rendsburg erblüht das Gelände heute künstlerisch. Die jährliche Nord Art, eine renommierte Kunstausstellung mit Werken von Künstlern aus aller Welt, umfasst neben den alten Hallen auch die Kunst im Grünen auf einem sechs Hektar großen Parkgelände, dessen Ursprünge bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückreichen. Unter alten Bäumen im ehemaligen Landschaftspark haben Bronzeköpfe des Künstlers Jan Koblasa als stille Beobachter ihren dauerhaften Platz bezogen. Im großen Steinlabyrinth aus 500 Granitfindlingen lädt der Künstler Wolfgang Gramm auf eine Reise zur eigenen Mitte ein.

Gartenroute Rendsburg © TA.SH / MOCANOX© TA.SH / MOCANOX

 

 

 

 

 

Adresse und Kontakt:

  • Vorwerksallee, 24782 Büdelsdorf

Gutspark Kluvensiek

Malerisch in einem Landschaftspark liegt das Herrenhaus Kluvensiek (1777/1837), das über eine stattliche Lindenallee von der Straße erreicht wird. Der urige Name des Gutes bezieht sich auf seine landschaftliche Lage in einer von der Mühlenau durchflossenen sumpfigen (Siek) Geländemulde (Kluven). Als zu Ende des 19. Jahrhunderts der nahe Nord-Ostsee-Kanals gebaut wurde, wählten wohl sogar Kaiser Wilhelm I. und sein Feldmarschall Graf Moltke Kluvensiek wegen der günstigen Lage für eine Übernachtung auf dem Weg zu einer Besprechung des Kanalbaus. Ganz in der Nähe verläuft auch der Alte Eiderkanal als Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals und die Reste einer alten Schleusenanlage sind an der Straße nach Osterrade erhalten. Im schönen Landschaftspark sind stattliche Eichen, Buchen und Linden aus dem 18.-19. Jahrhundert zu finden, die den Park im Herbst in goldene Farbtöne tauchen. Dazwischen setzen moderne Plastiken Akzente. Ein Obelisk ist nahe der Auffahrt unter Bäumen platziert.

Tipp: Über den Treidelweg am Nord-Ostsee-Kanal erreicht man von Sehestedt die zum ehemaligen Alten Eiderkanal gehörige Schleuse und Klappbrücke in Klein-Königsförde.

Adresse und Kontakt:

Se­hens­wer­tes in der Um­ge­bung