Palmschleuse

Die Palmschleuse bei Lauenburg ist eine der wenigen erhalten, frühen Kammerschleusen Europas. Sie gehörte zum Schleusensystem des mittelalterlichen Stecknitz-Delvenau-Kanals, der die Elbe mit Lübeck verband. Er war der erste echte Wasserscheidenkanal Europas und einst weltberühmt. Dieser Kanal wurde in den Jahren 1390 bis 1398 von den Lübeckern im Einvernehmen mit dem Herzogtum Lauenburg erbaut.

 

Zwischen der nach Norden zur Trave fließenden Stecknitz und der nach Süden zur Elbe fließenden Delvenau lag ein rund 10 km breiter, eiszeitlicher Höhenrücken, der durchstochen werden musste. Zur Überwindung des beträchtlichen Höhenunterschiedes waren 17 Schleusen notwendig. Sie waren zunächst nur einfache, an einer Seite geschlossene Stauschleusen, in denen das Wasser so lange aufgestaut wurde, bis diese Stauung kräftig genug war, die wartenden Schiffe nach Öffnung der Schützen bis zur nächsten Schleuse zu tragen. Das konnte nur an jedem zweiten Tage, dem Zapfetag, geschehen. So dauerte die immerhin 93 km lange Kanalfahrt etwa drei bis vier Wochen. Stromaufwärts musste getreidelt werden. Trotzdem war der Wassertransport wirtschaftlicher als der zu Lande, da die Kanalschiffe immerhin 10 bis 15 Wagenlasten aufnehmen konnten.

 

Der Umbau einiger Stauschleusen zu beiderseits geschlossenen Kammerschleusen machte den Kanalweg zusätzlich schneller, weil beim sparsamen Wasserverbrauch schneller geschleust werden konnte. Allerdings verfielen die aus Holz gefertigten Schleusen bald. Nur die Lauenburger Palmschleuse, die um 1600 ihren Namen von dem damaligen Schleusenmeister erhielt, wurde 1724 von Grund auf erneuert und mit steinernen Einfassungen versehen. Zur Erinnerung sind die Wappen von Lübeck (Doppeladler) und des Kurfürstentums Hannover (Wappen) einander gegenüber eingemauert worden. Lauenburg gehörte damals nach dem Aussterben des alten Herzogengeschlechts zu Hannover.