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Versunkene Städte, geisternde Deichgrafen und listige Meermänner

Der Schimmelreiter, © Uta Knizia Bild vergrößern
Der Schimmelreiter
© Uta Knizia

Im Watt nach der legendären Stadt Rungholt suchen, auf den Spuren des Schimmelreiters durch Husums enge Gassen streifen, auf Eiderstedt auf Teufelswerk treffen und an den Stränden das Gold des Nordens finden – die Nordsee Schleswig-Holstein ist Heimat zahlreicher Mythen und Sagen. Besucher können ihnen überall an der Küste begegnen und überraschende Entdeckungen machen – wer hätte gedacht, dass das Bernsteinzimmer in St. Peter-Ording zu finden ist oder dass ein Pharisäer eine hochprozentige Seele hat?

Im Watt nach der versunkenen Stadt Rungholt suchen
Alle sieben Jahre erklingen in der Johannisnacht die Glocken der versunkenen Stadt Rungholt – hören können diese der Sage nach allerdings nur Sonntagskinder. Die sagenumwobene Siedlung, die auch das „Atlantis des Nordens“ genannt wird, fiel im Jahr 1362 der „groten Mandränke“, einer verheerenden Sturmflut zum Opfer. Dort, wo einst in Rungholt Handel mit Salz und Vieh betrieben wurde, wuchs in den nachfolgenden Jahrhunderten durch Schlickablagerungen die Hallig Südfall empor und die Hafenstadt geriet in Vergessenheit – bis die Nordsee Ende des 19. Jahrhunderts im Watt um Südfall mehr und mehr Siedelreste freigab. Überreste von Deichen, Warften, Schleusen, Tongefäße, Keramikscherben, Waffen, Tierknochen und weitere Kulturspuren befeuerten erneut die Mythenbildung, doch bisher hat der Meeresboden keine mit Gold und Silber gefüllten Schatztruhen freigegeben… Zur Spurensuche geht es von Nordstrand aus zu Fuß oder mit dem Pferdewagen ins Watt (www.rungholt-wattwanderung.de).

Auf den Spuren Hauke Haiens durch das Schimmelreiter-Land
Nordfrieslands berühmtester Deichgraf Hauke Haien reitet der Sage nach noch heute nachts übers Land und wacht über die Deiche. Einen historischen Hauke Haien hat es allerdings nie gegeben, wohl aber nordfriesische Persönlichkeiten wie Hans Momsen oder Jean Henri Desmerciéres, die als Vorbilder für Theodor Storms literarische Figur dienten. Mit der Novelle um den Deichgrafen, der den Küstenschutz revolutionieren wollte, bei der Bevölkerung damit auf Ablehnung stieß und schließlich mit Frau und Kind von einer verheerenden Sturmflut verschlungen wird, schuf Storm einen Stoff, der in Nordfriesland auch mehr als hundert Jahre nach seinem Erscheinen allgegenwärtig ist. (www.husum-tourismus.de)

Das Gold des Nordens in St. Peter-Ording finden
Mit etwas Glück können Strandläufer im Flutsaum Bernstein finden. Das 35 bis 55 Millionen Jahre alte fossile Harz fasziniert Menschen seit tausenden von Jahren, unzählige Mythen ranken sich um den Halbedelstein, dem eine große Heilkraft zugesprochen wird und der schon in der Steinzeit ein begehrter Schmuckstein war. Auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt und in St. Peter-Ording lässt sich das „Gold des Nordens“ besonders häufig finden. Ungeschulten Blicken verbirgt sich der unauffällige braun-gelbe Stein allerdings oft. An der Nordseeküste können Urlauber auf zahlreichen Wattwanderungen erfahren, woran sie Bernstein erkennen und in vielen Orten auch gleich in einer Bernsteinwerkstatt die Fundstücke zu eigenem Schmuck verarbeiten – zum Beispiel im Nordsee Bernsteinmuseum in St. Peter-Ording (www.nordsee-bersteinmuseum.de), in der Kreativwerkstatt in Büsum (www.bernsteinschleifer.de) oder bei der Schutzstation Wattenmeer (www.schutzstation-wattenmeer.de).
Im Bernsteinzimmer der Dünen-Therme in St. Peter-Ording wartet ein ganz besonderes Wellnesserlebnis auf Besucher: Bei entspannender Musik ruht der Gast auf einer kostbaren Wärmeliege. Zwei Reihen von Bernsteinen sind so in die Liege eingepasst, dass die Reflexzonen beiderseits der Wirbelsäule sanft stimuliert und mit der heilenden Energie des Bernsteins versorgt werden. Bernstein-Aromaöle ergänzen die positive Wirkung. (www.duenen-therme.de).

Mit einem Teufelspakt aus Liebe gebaut: Der Rote Haubarg auf Eiderstedt
Auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt sind die mächtigen Bauernhöfe mit den riesigen Reetdächern, genannt Haubarge, Zeugen vom Reichtum vergangener Tage. Der berühmteste dieser rund 45 heute noch verbliebenen, in Schleswig-Holstein einmaligen Häuser ist der Rote Haubarg in Witzwort. Warum der strahlend weiße Hof „Roter Haubarg“ heißt, wieso er genau 99 Fenster hat und was es mit dem Teufel auf sich hat, der auf einem Stein im Garten sitzt, sind nur einige der Geheimnisse des sagenumwobenen Gebäudes. Besucher können ihnen bei köstlichen, hausgemachten Torten und regionalen Spezialitäten oder im angeschlossenen Museum auf den Grund gehen. Der Legende nach ging ein armer Bauer einst einen Pakt mit dem Teufel ein: Wenn der Teufel ihm vor dem ersten Hahnenschrei ein stattliches Haus mit 100 Fenstern baute, wollte er ihm seine Seele geben, um die Tochter des reichen Schmieds zur Frau nehmen zu können. Als der Haubarg rasant in die Höhe wuchs, bekam der Bursche es mit der Angst um seine Seele zu tun. Da schüttelte die Mutter seiner Geliebten geistesgegenwärtig den Hahn ihrer Hühnerschar, bis er markerschütternd schrie – genau in dem Augenblick, als der Teufel das 99. Fenster eingesetzt hatte. Er hatte den Handel verloren und fuhr wütend in die Hölle. Seitdem haben das glücklich vermählte Paar und die folgenden Bewohner des Haubargs immer wieder versucht, das hundertste Fenster einzusetzen – die Scheibe zerbrach jedoch jedes Mal sofort… (www.roterhaubarg.de, www.tz-eiderstedt.de)

Das Geheimnis des Pharisäers lüften
Was es mit dem Pharisäer auf sich hat, können Nordsee-Besucher unter seiner Sahnehaube herausfinden. Das köstliche, heiße Kaffeegetränk mit der hochprozentigen Seele hat seinen Ursprung im Jahr 1847 auf Nordstrand und ist längst zum Nationalgetränk der Friesen avanciert. Namensgeber des Kult-Getränks ist der Pastor Georg Bleyer, der auf einer Taufe im Elisabeth-Sophien-Koog den Ausschank von Alkohol verboten hatte. Die findigen Friesen umgingen dies, indem sie einen ordentlichen Schuss Rum in den Kaffee gossen und eine Sahnehaube darauf setzten, um den Alkoholgeruch zu überdecken. Ob es an der immer lustiger werdenden Runde lag oder ob dem Pastor versehentlich eine Tasse mit Schuss vorgesetzt wurde, ist nicht überliefert. Der Ausruf des entrüsteten Kirchenmannes, als er hinter das Geheimnis kam, jedoch schon: „Oh, Ihr Pharisäer!“
Der Pharisäer wird in einer speziellen hohen Tasse mit Untertasse serviert. Wer acht Portionen schafft, darf ein solches Pharisäergedeck behalten – und wer ihn umrührt, muss eine Lokalrunde spendieren. Übrigens: Nach einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1981 sind 2 cl Rum pro Pharisäer nicht ausreichend!
Im Pharisäerhof auf Nordstrand können Gäste das Nationalgetränk der Friesen an seinem Entstehungsort genießen – und in fast jedem Café an der Nordsee Schleswig-Holstein. (www.nordstrand.de)

Schätze des Meeres in Dithmarschen finden
Bernstein, Schelf, Muscheln oder kunstvoll geformtes Treibholz – am Meeresrand warten viele Schätze darauf, entdeckt zu werden. Im Nordseeheilbad Friedrichskoog können Besucher ihren Blick für die Geheimnisse des Meeres auf einer Wattwanderung schärfen, das Buch „Funde im Watt und am Strand“ hilft bei der Bestimmung der Fundstücke und wenn sogar Bernstein darunter war, kann dieser mit einem kleinen Bernsteinschleifset selbst bearbeitet werden. (www.friedrichskoog.de)



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