Was ist was in Schleswig-Holstein
Ebbe
Flut
Förde
Gezeiten
Hügelland
Knicklandschaft
Marcellusflut oder Grote Mandränke
Marschen
Moor
Salzwiesen
Tidenhub
Warft
Wattenmeer
Ebbe
Mit Ebbe oder ablaufend Wasser wird das Sinken des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tiden) bezeichnet.
Flut
Als Flut wird das Steigen des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tide) bezeichnet. Dieser Zeitraum reicht von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.
Förde
Der Begriff der Förde bezeichnet zumeist eine schlauchartig-langgezogene Meeresbucht, die bei der Entstehung der Ostsee durch den Anstieg des Meeresspiegels und das Volllaufen ehemaliger Gletschertäler entstanden sind.
Der Unterschied zu Fjorden besteht darin, dass die Gletscher sich nicht vom Land zur See bewegten, sondern umgekehrt der Eispanzer über der heutigen Ostsee Gletscher vorantrieb, die nach dem Abschmelzen eine Rinne übrig ließen, die sich mit Seewasser füllte.
Die Ostküste Schleswig-Holsteins ist geprägt von einer Vielzahl von Förden, daher spricht man auch von einer Fördenküste.
Gezeiten
Unter den Gezeiten oder der Tide (niederdeutsch tiet=Zeit) versteht man den durch Anziehungskraft des Mondes und der Sonne verursachten Zyklus von Ebbe und Flut auf den großen Gewässern der Erde.
Hügelland
Das schleswig-holsteinische Hügelland ist neben der Marsch (an der Nordsee) und der Geest (im Binnenland) eines der drei Landschaftstypen Schleswig-Holsteins.
Das Hügelland sowie die Geest sind in der letzten Eiszeit als Endmoränenlandschaft entstanden. Diese Aufschüttungen der von Gletschern transportierter Materialien hat die Landschaft der Holsteinischen Schweiz geformt und damit auch den Bungsberg geschaffen, die mit 168 m höchste Erhebung Schleswig-Holsteins.
Knicklandschaft
Als Knick bezeichnet man in Schleswig-Holstein, wallartige Baum- und Strauchhecken, die im 18. Jahrhundert im Rahmen der Verkoppelung als „lebende Zäune“ angelegt wurden.
Ein typischer Knick bildet eine bis zu fünf Meter breite (meist jedoch schmalere) relativ dichte grüne „Wand“ aus Sträuchern und Bäumen. Auf dem Wall aus Steinen und Erde findet man meist Haselnusssträucher, Hainbuchen, Eschen, vereinzelt eingestreut auch große Buchen und – in Ostfriesland als Hauptbaumart – Eichen.
Heute stehen die Knicks wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für Tier und Pflanzen unter Schutz.
Marcellusflut oder Grote Mandränke
Die Marcellusflut (auch Grote Mandränke) bezeichnet eine verheerende Sturmflut des Jahres 1362. Die Chroniken sprechen von der größten Sturmflut an der Nordseeküste, in der auch die Stadt Rungholt untergegangen ist.
Die Flut, die um viele Meter die Deiche überrollte, stieß bis weit ins Landesinnere vor und veränderte die Küstenform Schleswig-Holsteins grundlegend. Die ersten Halligen entstanden, außerdem begannen die Menschen an der Nordsee, durch organisierten Deichbau das verlorene Land zurück zu gewinnen. Ebenso fingen die Bewohner an, ihre Häuser auf Warften zu errichten, künstlich angelegten und meist kreisrunden Erdhügeln.
Marschen
Marschen sind generell flache Landstriche ohne natürliche Erhebungen. Sie liegen in etwa auf Höhe des Meeresspiegels landeinwärts des Watts und der Salzwiesen.
Entstehungsgeschichtlich gehören sie zu den jüngsten geologischen Formationen: Sie sind holozänen Ursprungs, also nacheiszeitlich. Die Marschen, wie wir sie kennen sind fruchtbare Ebenen in flachen Küstengebieten mit den Gezeiten wie Ebbe und Flut. Die Marschen werden durch Deiche geschützt.
Begrenzt werden die Marschen in Schleswig-Holstein durch den Geestrücken im Binnenland. Dieser ist durch Ablagerungen der Eiszeit entstanden und ist aus sandigen, weniger fruchtbaren Materialen aufgebaut.
Allerdings bot er durch seine höhere Lage Schutz gegen Überflutung und ist somit früher besiedelt worden als die Marsch.
Moor
Der Begriff Moor bezeichent ein durch Grundwasser oder hohe Niederschläge bis an die Oberfläche dauer-durchfeuchtetes Gelände. In diesem hat sich aufgrund Sauerstoffmangels über lange Zeiträume hinweg wenig zersetztes pflanzliches Material angereichert, woraus Torf entstanden ist.
Die hohe Konzentration organischer Substanzen macht das Moor zu einer beliebten Packung für Gesundheitsanwendungen.
Salzwiesen
Salzwiesen liegen so knapp über dem Meeresspiegel, dass einige mehr als 100 Mal im Jahr überflutet werden. Hier wachsen deshalb rund 40 hoch spezialisierte Pflanzen, denen Wasser und Salz nichts anhaben kann, zum Beispiel der Halligflieder, die Strandaster oder der Strandwermut. Die Gräser und Kräuter der Salzwiese sind Lebensraum für etwa 1.800 Insekten- und Spinnenarten.
Tidenhub
Der Tidenhub bezeichnet das Ausmaß des Ansteigens des Wasserstandes bei Flut, d. h. er bezeichnet die Differenz zwischen Niedrig- und Hochwasser.
Warft
Eine Warft, auch Warf oder Wurt genannt, ist ein künstlich aufgehöhter Erdhügel, der als Siedelplatz für eine Einzel- oder Gruppensiedlung dient.
Die meist kreisrunden Hügel dienen dem Schutz vor Sturmfluten und Hochwasser und sind überall an der nordwestdeutschen Marschenküste zu finden.
Besonders auffällig sind die Warften auf den schleswig-holsteinischen Halligen.
Quelle: Diercke, Wörterbuch Allgemeine Geographie
Wattenmeer
Als Wattenmeer bezeichnet man das Teilgebiet eines Meeres im Küstenbereich, das unter dem starken Einfluss der Gezeiten steht. Ein Wattenmeer (sprachlich: „watend begehbares Meer“) ist regelmäßig zweimal täglich während eines Hochwassers überflutet und fällt während eines Niedrigwassers trocken. Die bei Niedrigwasser trocken fallenden Flächen bezeichnet man als Watt. Zu dieser Zeit kann man sich geführten Wattwanderungen anschließen.














































© Alexander Seidlich